Wir als Glosterzüchter fangen wohl überwiegend schon Ender Februar oder März mit der Zucht an.

 

Hierzu ist es natürlich erforderlich, dass die Zuchtvögel für diesen frühen Zuchtbeginn entsprechend vorbereitet werden.

Das bedeutet, dass die entsprechende Tageslichtlänge bis zum tatsächlichen Zuchtbeginn künstlich verlängert werden muss, um die Vögel in Brutstimmung bringen. Hier muss man den Tag auf ca. 15-16 Stunden verlängern. Das geschieht im entsprechenden Wochenrhythmus.

 

Wenn das Nest von der Henne fertig gebaut ist und sich das Paar gut versteht wird etwa innerhalb von zehn Tagen das erste Ei gelegt.

In der Regel wird jeden Tag ein Ei gelegt, welches gegen ein Kunstei getauscht wird.

 

Die Eiablage ist ein Prozess auf die der Züchter kaum Einfluss nehmen kann.  Sollte in der Zeit noch kein Ei gelegt sein, untersuche ich die Henne ob in den nächsten Tagen ein Ei zu erwarten ist. Wenn es nicht so ist, wird das Paar sofort getrennt.

Die Brutzeit dauert etwa 14 Tage bis die Jungen schlüpfen. Durch das  Tauschen der Eier ist gewährleistet, dass alle Jungtiere an einem Tag schlüpfen. 

Die Aufzucht und das Wachstum der Küken kann vom Züchter mit optimalem Aufzuchtfutter positiv beeinflusst werden.

 

In den ersten Tagen entfernt die Henne den Kot der Jungen. Später setzen sie diesen auf dem Nestrand ab.

Hier kann man einiges dafür tun, damit die Reinigung des später verlassenen Nestes sehr leicht von statten geht.

Die Kennzeichnung: Am 7. bis 10. Tag kann der geschlossene Ring aufgezogen werden. Nach weiteren Tagen wird auch der Kot nicht mehr von der Henne entfernt.

Der Ring enthält alle Daten die den Vogel und den Züchter identifizieren. Zum Beispiel:  Verband = AZ oder DKB, das Zuchtjahr = 2021, die Züchternummer = 13401 und die laufende Ringnummer = 022  sowie die Ringgröße. Der Ring ist wie ein Personalausweis.

Jetzt werden alle Daten korrekt auf der von mir entwickelten Zucht-Stammkarte eingetragen, um diese, für eine spätere optimale Übersicht in mein Zucht- und Verwaltungsprogramm einzupflegen.

Diese Karte befindet sich, einmal gefaltet, direkt am Zuchtkäfig. Nach dem dritten gelegten Ei legt man das komplette Gelege wieder in das Nest und entfernt die Kunsteier. Jetzt wird das Weibchen ca. vierzehn Tage brüten und die Jungen werden alle an einem Tag schlüpfen. Nach etwa fünf Tagen, kann man mit einer Schierlampe feststellen, ob das Gelege befruchtet ist.

 

Ist das Gelege nicht befruchtet, kann man es entfernen und die Henne wird in wenigen Tagen ein 2. Gelege produzieren.

Legt eine Henne zum Beispiel mehr als fünf befruchtete Eier, können diese zum Teil einem anderen Paar untergelegt werden. Hier gilt natürlich einiges zu bedenken, damit bei dieser Aktion keine Verwechselung passieren kann. Denn über die Abstammung sollte man schon bescheid wissen und akribisch Buch führen, damit auch immer die passenden Eltern zugeordnet werden.