und bei uns zu Haus gab es schon immer landwirtschaftliche Nutztiere verschiedener Arten. Ich besaß im Alter von elf Jahren meine ersten Tauben. Den Taubenschlag dafür durfte/musste ich selbst bauen. Nach ein paar Wochen waren auch gleich die ersten Jungen im Nest. Das war wohl die Initialzündung schlechthin für meine weiteren Ambitionen in der "Vogelhaltung".

 

Als ich ein paar Jahre später zur Ausbildung in Hannover lebte, war das Thema Taubenhaltung natürlich beendet.

1969/70 leistete ich in Göttingen meinen Wehrdienst. Da lerne ich den Kanarienzüchter Walter Albrecht kennen. Er züchtete Gesangkanarien und kupferrote Farbkanarien. Ich hatte viel Zeit und besuchte Herrn Albrecht regelmäßig und stillte so meinen Wissenshunger über die Kanarienzucht.

 

Es sollten dann Gesangskanarien werden. Ich trat am 1.12.1969 in den DKB-Verein „Kanaria 1897 Hannover Linden“ ein, deren 1. Vorsitzender Hasso Scholz war. Ich Züchtete zwei Jahre Gesangskanarien, das war wohl noch der "Findungsprozess". In dieser Zeit lernte ich weitere Züchter und andere Rassen kennen.

Ich verliebte mich in die anmutigen Gloster, die ich dann einige Jahre gezüchtet habe.

 

Mitte der 70ger Jahre bin ich in das schöne Weserbergland nach Bad Münder am Deister gezogen. Sehr früh stellte sich bei mir der Wunsch ein, ein eigenes Haus zu bauen. Da ich handwerklich nicht unbegabt war ("Taubenschlag"), stand für mich fest, mein Haus baue ich auch selber. Mit selber, meinte ich natürlich auch selbst.

 

Handwerkliche Erfahrung hatte ich wohl eher weniger. Aber jede Menge Ambitionen. Ich habe mir aber gesagt, was man wirklich will, dass kann man auch. Habe viele Baufachbücher studiert und dann war da noch Günther, ein Maurer, der sein Haus auch allein baute.

 

Ich war überzeugt, dass ich das mindestens genauso hin bekomme. Ich baute vor „Haus-Baubeginn“ eine Gartenvoliere mit Unterstand, um die Gloster über den Sommer einfacher versorgen zu können. Ich hatte ca. einen Bestand von 130 Glostern.

Dann kamen die Kanarien-Pocken. Sie rafften in kurzer

Zeit, trotz Notimpfung, fast den ganzen Bestand hin. Das war es dann mit der Kanarienzucht. Dieses Drama wollte ich auf keinen Fall nocheinmal erleben.

 

Ich habe das ganze Jahr intensiv am Projekt "Wohnhaus" gearbeitet und es war wie geplant zum Jahresende fertig. Jetzt vielleicht das Unbegreifliche.

 

Die ganze Bauphase hat mir so viel Freude bereitet, dass ich mir gesagt habe, nicht einzuziehen, sondern das Haus sofort zu verkaufen. Auch das hat problemlos geklappt. Natürlich mit dem Gedanken, im folgenden Jahr das gleiche zu wiederholen. Das nächste Projekt verschob sich allerdings um ein Jahr und zwischenzeitlich kam der nächste Spätherbst und die "Stadtmeisterschaft 1976" in Hannover.

 

Auf dieser Schau habe ich den Schau-Wellensittich für mich "entdeckt". Im folgenden Jahr baute ich mein nächstes Haus, natürlich mit Zuchtanlage für WS. Ich entdeckte dann langsam, dass nicht nur die Vogelzucht zu meinem Hobby geworden ist - das Zweite Wohnhaus sollte nicht das letzte bleiben.

 

Der Bau weiterer Projekte nahm neben meinem Beruf sehr viel Zeit in Anspruch. Wichtig dabei war, dass ich immer kreativ sein konnte. Entwurf, Planung und Ausführung lag immer in meinen Händen und obendrein war es ja auch noch sehr lukrativ. Es gab damals schon ein paar Leute, die mich für ganz schön crazy erklärten.

 

Im Jahr 1987 habe ich das EDV - Zucht- und Verwaltungsprogramm SHAU-WS-2000 mit meinem Geschäftspartner entwickelt, aus dem die Weiterentwicklung dass Programm BirdPerfect hervorging und später in einer neuen Version dann die Bezeichnung DELTA TZ pro erhielt.

Im Jahre 2003 habe ich meine WS-Zucht mit ca. 390 Tieren aus persönlichen Gründen aufgelöst.

 

Ich war davon überzeugt, dass ich wohl keine Vögel mehr züchten werde.

Heute sehe ich das anders. Habe eine neue Zuchtanlage gebaut, obwohl kein Platz dafür vorgesehen war und einen vielversprechenden Einstieg in die Glosterzucht gewagt.

Auf der Seite Zuchtanlagen sehen Sie auch Fotos von meinen Zuchtanlagen aus den Jahren 1980-2003.